Ministergepräch - PVS 2022

Philologenverband Sachsen e.V.
Berufsverband für Gymnasiallehrer
Direkt zum Seiteninhalt

Ministergepräch

Mitgliederservice > intern > Archiv
PVS-Vertreter trafen den Kultusminister
Am 5. Juni 2020 trafen sich der PVS-Vorsitzende Thomas Langer und Vorstandsmitglied Markus Gretzschel mit dem Sächsischen Staatsminister für Kultus Christian Piwarz und Dr. Rainer Heinrich, Referatsleiter Gymnasien im SMK.
Die Fülle der Themen des 90-minütigen Gespräches war breit: von der Nachbetrachtung der Abiturprüfungen 2020 und der Vorbereitung des Abis 2021 über die digitale Ausstattung der Lehrkräfte und die Evaluierung des Distanzunterrichts bis hin zur Vorbereitung des neuen Schuljahres und Corona-Tests für Lehrkräfte.
Zu Beginn des Treffens dankte Thomas Langer dem Kultusminister für seinen geradlinigen Kurs in der Sicherung eines vollwertigen Abiturs trotz Corona-Krise. Christian Piwarz blickte zurück auf niemals zuvor gefasste Beschlüsse zur Aussetzung der Schulbesuchspflicht und der Auswahl zwischen mehreren Abi-Klausurterminen. Er schilderte die unterschiedlichen Erwartungshaltungen der Menschen im Land hinsichtlich zügiger Schulöffnungen einerseits und der Furcht vor einer COVID-Erkrankung andererseits. Piwarz erklärte, er sehe sich in seiner Strategie „medizinisch bestärkt“.
Dr. Heinrich berichtete von unterschiedlichen Rückmeldungen zum Mathe-Abitur. Es habe kritische Stimmen zur Arbeitszeit und der Formulierung der Aufgaben gegeben. Als eine Erklärung verwies er auf die Bestrebungen zu mehr bundesweiter Vergleichbarkeit. Diese haben zur Konsequenz, dass laut KMK-Beschluss mehr und mehr Aufgaben aus dem bundesweiten Aufgabenpool entnommen werden müssen.
Mit Blick auf das Abitur des Jahres 2021 macht sich auch das Sächsische Kultusministerium Sorgen um die Erfüllung der Oberstufenlehrpläne. Möglicherweise konnten sich die sächsischen Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen seit den Schulschließungen nicht alle geplanten Bereiche aneignen und könnten so einen Nachteil in den Prüfungen des nächsten Jahres haben. Die Fachgruppen im SMK haben sich daher zum Ziel gesetzt, noch bis zum Ende dieses Schuljahres fächerspezifisch festzulegen, welche Themengebiete im Abi 2021 nicht geprüft werden bzw. durch welche Aufgabenstruktur sich eventuelle Defizite ausgleichen lassen. Dr. Heinrich sagte zu, Experten des PVS in diesen Prozess einzubeziehen. Ein Treffen hierzu wurde im Nachgang des Ministergespräches vereinbart.
Der prüfende Blick auf die Ergebnisse des Distanzunterrichts wird aber nicht nur für die Sek. II erfolgen. Auch die sogenannte Lernzeit in der Sekundarstufe I wird evaluiert werden. Hierauf hatte der PVS gedrängt. Der Minister kündigte an, dass er die Lehrerinnen und Lehrer dazu ermutigen werde, die Defizite ihrer Schülerinnen und Schüler während der Sommerferien in freiwilligen Nachhilfekursen zu verringern. Die Entscheidung hierfür liege aber bei den Lehrkräften. Weitere Informationen sollen demnächst folgen.
Die Kultus- und die PVS-Vertreter waren sich jedenfalls einig, dass guter Unterricht in der Schule durch nichts zu ersetzen ist, die unmittelbare Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden ein unbestrittener Garant für Lernerfolg ist. Dennoch wird man sich für kommende Krisen auf weitere Phasen des Fernunterrichts mit digitalen Medien vorbereiten müssen – auch wenn sich keiner eine weitere Schulschließung in dem Ausmaß wie eben geschehen wünscht. Die PVS-Vertreter kritisierten, dass die Lehrkräfte die digitale Beschulung der Schülerinnen und Schüler (im staatlichen Auftrag!) von ihren privaten Geräten aus erledigen – ein Zustand, der allein schon aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht tragbar ist. Christian Piwarz äußerte sein Verständnis für die Forderung nach Dienstcomputern, verwies aber auf die Haushaltslage. In diesem Punkt steht unserem Verband also noch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit bevor.
In diesem Zusammenhang verwiesen Thomas Langer und Markus Gretzschel auch auf die notwendige Weiterentwicklung von LernSax hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit und Praktikabilität. Vor allem Videokonferenzen müssten sicherer und stabiler werden. Die SMK-Vertreter stellten eine Lösung in Aussicht.
Mit Hinblick auf das bevorstehende Schuljahr verwiesen die PVS-Vertreter auf die Sorgen vieler engagierter Kolleginnen und Kollegen, die nicht auf den Kosten von für den Herbst gebuchten Schulfahrten und Bildungsreisen sitzen bleiben wollen. Die Lage ist hier in der Tat schwierig und nicht einfach zu lösen. Eine generelle Zusage, für Stornierungskosten auch im Herbst aufzukommen, konnte der Minister nicht geben.
Für das neue Schuljahr braucht es natürlich auch genügend Lehrkräfte - und Stellen. Langer und Gretzschel mahnten notwendige Einstellungen an und verwiesen darauf, dass auch in diesem Schuljahr – vor Corona – wieder zu viel Unterricht ausgefallen ist. Dass in dieser Einstellungsrunde an den Gymnasien schulscharf ausgeschrieben wird, fand aber die grundsätzliche Zustimmung des Philologenverbands.
Die PVS-Vertreter dankten auch für die Möglichkeit für Lehrkräfte, sich wöchentlich auf das Corona-Virus testen zu lassen. „Das sind ja fast schon Bundesliga-Bedingungen“, kommentierte Thomas Langer mit einem Augenzwinkern, bat aber darum, diesbezüglich alle Hausärzte und Gesundheitsämter in Sachsen auf den gleichen Informationsstand zu bringen.





Philologenverband Sachsen e.V.
Geschäftsstelle: Königsbrücker Landstraße 79
01109 Dresden

E-Mail:
info@phv-sachsen.de
Fon: +49(351) 8025247
Fax: +49(351) 8025241
HalloLogout
Zurück zum Seiteninhalt